Vor 3 Stunden
"Wir hatten Glück, dass es seinen anderen Sohn nicht auch erwischt hat."
Es war dieser Satz, der ihm in Bezug auf Damhnait am meisten im Kopf geblieben war. Es war jedoch bei weitem nicht der einzige. Wie ein Dornengestrüpp rankten sich die gehässigen Aussagen um den Mann und hielten jeden fern, dessen Interesse hätte geweckt werden können. Wie mächtig die Geschichten doch waren, die sie einander erzählten. Briony war jung, aber nicht so jung, dass er die leise gezischten Worte, die dem Goldenen folgten, nicht kannte. Heute durfte er sich selbst ein Bild von dem machen, was ihnen allen solche Angst einjagte.
Die Dunkelheit gab sich schnell zu erkennen, regte ihr mächtiges Haupt und fraß sich durch die Augen Damhnaits. Briony fand jedoch nicht, dass das zum Fürchten war. Sie alle waren Krüge, die mit irgendetwas befüllt wurden. Irgendwoher kam die Finsternis schon. Zärtlich hatte etwas sie in den Goldenen hineingegossen, wo sie sich vermischt hatte mit Liebe und Zorn und all den anderen Dingen, die ein jeder von ihnen mit sich herumtrug. Das Entscheidende war nicht die Existenz von etwas, sondern die Mischung. Bedauerlicherweise verstanden sie sich alle hervorragend darauf, die Finsternis in dem Goldenen zu einem unerschöpflichen Quell heranwachsen zu lassen. Selbst jetzt schürte jemand das Feuer in seinem Inneren, goss und goss, als gäbe es nicht schon genug Schwärze in der Seele des Mannes.
Briony folgte Damhnaits Blick nicht, versuchte nicht zu erfahren, was das Monster in ihm weckte. Es war unwichtig. Wichtig war, dass der Goldene es mit beachtlicher Selbstbeherrschung wieder einzufangen wusste.
Ein mutiger Mann, ein tapferer Mann.
Niemand würde den Worten Glauben schenken, die Briony über Damhnait verfasste. Es wäre leichter gewesen den Erwartungen der anderen zu folgen, für sie beide. Briony wäre bejubelt worden und Damhnait hätte sie alle niedergestreckt. Wie Silas. Wie Feuer. Wie der unbändige Frost in kalten Winternächten. Aber das passte wohl nicht zu ihnen.
"Na du, natürlich", antwortete Briony heiter. Es wäre zu einfach gewesen zu entgegnen, dass der Großteil der hier Versammelten die Einzigartigkeit der Natur zu verkörpern wusste. Aber nur einen einzigen Namen zu nennen…? Er wollte nicht schmeicheln und sich auch nicht daran gewöhnen, mit einer festen Muse im Kopf durch die Welt zu ziehen, aber er konnte nicht leugnen, dass auch er an jemanden denken musste, wenn man raue Schönheit verlangte.
"Sie nennt sich Nova", sagte er langsam. "Nova Odyssey."
Briony erinnerte sich, als er sie das erste Mal gesehen hatte, mit dem nachtschwarzen Fell, den daraus hervorstechenden, viel zu grellen Augen und den Narben, die sich erbarmungslos über ihren Körper zogen. Er hatte mehrmals hinsehen müssen. Er hatte nie aufgehört, mehrmals hinsehen zu müssen.
"Manchmal tut es weh, den Blick von ihr abzuwenden."
Es war dieser Satz, der ihm in Bezug auf Damhnait am meisten im Kopf geblieben war. Es war jedoch bei weitem nicht der einzige. Wie ein Dornengestrüpp rankten sich die gehässigen Aussagen um den Mann und hielten jeden fern, dessen Interesse hätte geweckt werden können. Wie mächtig die Geschichten doch waren, die sie einander erzählten. Briony war jung, aber nicht so jung, dass er die leise gezischten Worte, die dem Goldenen folgten, nicht kannte. Heute durfte er sich selbst ein Bild von dem machen, was ihnen allen solche Angst einjagte.
Die Dunkelheit gab sich schnell zu erkennen, regte ihr mächtiges Haupt und fraß sich durch die Augen Damhnaits. Briony fand jedoch nicht, dass das zum Fürchten war. Sie alle waren Krüge, die mit irgendetwas befüllt wurden. Irgendwoher kam die Finsternis schon. Zärtlich hatte etwas sie in den Goldenen hineingegossen, wo sie sich vermischt hatte mit Liebe und Zorn und all den anderen Dingen, die ein jeder von ihnen mit sich herumtrug. Das Entscheidende war nicht die Existenz von etwas, sondern die Mischung. Bedauerlicherweise verstanden sie sich alle hervorragend darauf, die Finsternis in dem Goldenen zu einem unerschöpflichen Quell heranwachsen zu lassen. Selbst jetzt schürte jemand das Feuer in seinem Inneren, goss und goss, als gäbe es nicht schon genug Schwärze in der Seele des Mannes.
Briony folgte Damhnaits Blick nicht, versuchte nicht zu erfahren, was das Monster in ihm weckte. Es war unwichtig. Wichtig war, dass der Goldene es mit beachtlicher Selbstbeherrschung wieder einzufangen wusste.
Ein mutiger Mann, ein tapferer Mann.
Niemand würde den Worten Glauben schenken, die Briony über Damhnait verfasste. Es wäre leichter gewesen den Erwartungen der anderen zu folgen, für sie beide. Briony wäre bejubelt worden und Damhnait hätte sie alle niedergestreckt. Wie Silas. Wie Feuer. Wie der unbändige Frost in kalten Winternächten. Aber das passte wohl nicht zu ihnen.
"Na du, natürlich", antwortete Briony heiter. Es wäre zu einfach gewesen zu entgegnen, dass der Großteil der hier Versammelten die Einzigartigkeit der Natur zu verkörpern wusste. Aber nur einen einzigen Namen zu nennen…? Er wollte nicht schmeicheln und sich auch nicht daran gewöhnen, mit einer festen Muse im Kopf durch die Welt zu ziehen, aber er konnte nicht leugnen, dass auch er an jemanden denken musste, wenn man raue Schönheit verlangte.
"Sie nennt sich Nova", sagte er langsam. "Nova Odyssey."
Briony erinnerte sich, als er sie das erste Mal gesehen hatte, mit dem nachtschwarzen Fell, den daraus hervorstechenden, viel zu grellen Augen und den Narben, die sich erbarmungslos über ihren Körper zogen. Er hatte mehrmals hinsehen müssen. Er hatte nie aufgehört, mehrmals hinsehen zu müssen.
"Manchmal tut es weh, den Blick von ihr abzuwenden."



