Gestern, 03:14 PM
Beständigkeit. Kinder. Vertrauen. Vertrauen?
In ihr zog es sich zusammen. Weil ihre Familie ihre Familie musste sie sie lieben. Ihnen aber vertrauen? In einem gewissen Maß vertraute Vesta darauf, dass die Acillus sie in den tiefsten Abgrund werfen würden, wäre es, was der Familie Namen alle Ehre machte. Ihnen aber vertrauen? Zum ersten Mal wurde ihr gewahr, wie wenig jene, die ihr am nächsten waren, tatsächlich über sie wussten. Hatte sie jemals wieder über ihre Träume und Zweifel gesprochen? Einmal hatte Gaia sie dabei erwischt, wie sie von fernen Landen und freien Herzen sprach, und sie sogleich gerügt. Ceres war damals so hastig von Vesta gesprungen, dass sie bis daot nie wieder ein wahrlich freies Wort gewagt hatte. In der Angst, mehr Gefahr als Gefährte für die junge Füchsin zu bedeuten. Sie verlor sich also in dem aufkommenden Gedanken: War Beständigkeit wirklich die wahrhaftige Antwort, das Vertrauen des Königs zu gewinnen? Vielleicht musste sie das auch gar nicht.
Als Ceres noch immer an der vermalledeiten Strähne zog, seufzte Vesta dann, neigte das Haupt im Versuch, ihr zu entkommen. "Lasst eine der Mägde helfen", bat sie in kläglicher Stimme. Wie schnell sich ihre Aufregung doch in Unbehagen geschlagen hatte.
Als ihr Blick sich von ihren Hufen aufhob, verfing sie sich kurz im Glanz des roten Fells. Gaias. Und Ceres'. Und dann in ihrem eigenen.
Vesta war noch nie wie ihre Großmutter oder Schwester gewesen. Und dieser merkwürdige Anblick wollte ihr mit einem Mal alle Schleier von den Augen reißen.
Vielleicht hatten sie Recht. Vielleicht irrte sie sich und ihre Träumereien würden zu nichts führen. Und wenn das, was sie im Auge Neros gesehen hatte, nur eine Reflektion ihrer Wünsche und Hoffnungen gewesen war, dann würde sie damit leben und es mit sich nehmen - wohin auch immer ihr Weg so dann führen würde.
Aber sie würde Königin sein. Und sie würde sich selbst in Würde treu bleiben. Egal wie sehr die Angst sich zurück in ihren Körper drängte.
Also hob sie stolz das Haupt. Die dunklen Augen, gläsern und funkelnd in Richtung des Schauplatzes gerichtet, auf dem ihr neues Leben beginnen würde.
"Ich möchte nicht zu spät sein, Großmutter."
Endlich gesellte sich die Magd zu ihnen. Ein altes, tüchtiges Weib, das in schnellen und flinken Zügen die elendige Strähne endlich bändigte und sie mit einer weißen, so reinweißen Blüte, gedeckte. Als sie sich entfernte, folgte Vesta ihr noch eine Weile mit dem Blick. Letztlich fand sie sich wieder im roten Fellkleid ihrer Familie.
Sie nickte ihrnen bestätigend zu. Ob es ihre Sorgen und Zweifel zu überdecken genügte, war ihr gleich.
Ihre Gedanken waren nicht mehr hier. Sie waren bei Nero Valerius. Ihrer Zukunft.
Die Assoziation zu Anchor Aegidius verdrängte sie sofort.
In ihr zog es sich zusammen. Weil ihre Familie ihre Familie musste sie sie lieben. Ihnen aber vertrauen? In einem gewissen Maß vertraute Vesta darauf, dass die Acillus sie in den tiefsten Abgrund werfen würden, wäre es, was der Familie Namen alle Ehre machte. Ihnen aber vertrauen? Zum ersten Mal wurde ihr gewahr, wie wenig jene, die ihr am nächsten waren, tatsächlich über sie wussten. Hatte sie jemals wieder über ihre Träume und Zweifel gesprochen? Einmal hatte Gaia sie dabei erwischt, wie sie von fernen Landen und freien Herzen sprach, und sie sogleich gerügt. Ceres war damals so hastig von Vesta gesprungen, dass sie bis daot nie wieder ein wahrlich freies Wort gewagt hatte. In der Angst, mehr Gefahr als Gefährte für die junge Füchsin zu bedeuten. Sie verlor sich also in dem aufkommenden Gedanken: War Beständigkeit wirklich die wahrhaftige Antwort, das Vertrauen des Königs zu gewinnen? Vielleicht musste sie das auch gar nicht.
Als Ceres noch immer an der vermalledeiten Strähne zog, seufzte Vesta dann, neigte das Haupt im Versuch, ihr zu entkommen. "Lasst eine der Mägde helfen", bat sie in kläglicher Stimme. Wie schnell sich ihre Aufregung doch in Unbehagen geschlagen hatte.
Als ihr Blick sich von ihren Hufen aufhob, verfing sie sich kurz im Glanz des roten Fells. Gaias. Und Ceres'. Und dann in ihrem eigenen.
Vesta war noch nie wie ihre Großmutter oder Schwester gewesen. Und dieser merkwürdige Anblick wollte ihr mit einem Mal alle Schleier von den Augen reißen.
Vielleicht hatten sie Recht. Vielleicht irrte sie sich und ihre Träumereien würden zu nichts führen. Und wenn das, was sie im Auge Neros gesehen hatte, nur eine Reflektion ihrer Wünsche und Hoffnungen gewesen war, dann würde sie damit leben und es mit sich nehmen - wohin auch immer ihr Weg so dann führen würde.
Aber sie würde Königin sein. Und sie würde sich selbst in Würde treu bleiben. Egal wie sehr die Angst sich zurück in ihren Körper drängte.
Also hob sie stolz das Haupt. Die dunklen Augen, gläsern und funkelnd in Richtung des Schauplatzes gerichtet, auf dem ihr neues Leben beginnen würde.
"Ich möchte nicht zu spät sein, Großmutter."
Endlich gesellte sich die Magd zu ihnen. Ein altes, tüchtiges Weib, das in schnellen und flinken Zügen die elendige Strähne endlich bändigte und sie mit einer weißen, so reinweißen Blüte, gedeckte. Als sie sich entfernte, folgte Vesta ihr noch eine Weile mit dem Blick. Letztlich fand sie sich wieder im roten Fellkleid ihrer Familie.
Sie nickte ihrnen bestätigend zu. Ob es ihre Sorgen und Zweifel zu überdecken genügte, war ihr gleich.
Ihre Gedanken waren nicht mehr hier. Sie waren bei Nero Valerius. Ihrer Zukunft.
Die Assoziation zu Anchor Aegidius verdrängte sie sofort.



